Psalm 88

Die Klage eines Kranken und Einsamen


2 Herr, du Gott meines Heils, / zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht.

3 Lass mein Gebet zu dir dringen, / wende dein Ohr meinem Flehen zu!

4 Denn meine Seele ist gesättigt mit Leid, / mein Leben ist dem Totenreich nahe.

5 Schon zähle ich zu denen, die hinabsinken ins Grab, / bin wie ein Mann, dem alle Kraft genommen ist.

6 Ich bin zu den Toten hinweggerafft / wie Erschlagene, die im Grabe ruhen; an sie denkst du nicht mehr, / denn sie sind deiner Hand entzogen.

7 Du hast mich ins tiefste Grab gebracht, / tief hinab in finstere Nacht.

8 Schwer lastet dein Grimm auf mir, / all deine Wogen stürzen über mir zusammen. [Sela]

10 Mein Auge wird trübe vor Elend. / Jeden Tag, Herr, ruf ich zu dir; / ich strecke nach dir meine Hände aus.

13 Werden deine Wunder in der Finsternis bekannt, / deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?

14 Herr, darum schreie ich zu dir, / früh am Morgen tritt mein Gebet vor dich hin.

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